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GESCHICHTE & LEGENDE

Der Ursprung der Stadt Bussana Vecchia ist fern und geheimnisvoll sowie auch der Name selbst. In der Tat, einige sagen, daß der Name von der reichen römischen Familie Vipsania stammt, die den Ort als Kolonie besaß. Andere meinen, daß er von "Fundus Lucianus" herkommt und später von "Buccianus" zu "Bussanus" wechselte.

Jemand anderer dagegen schrieb mit Optimismus und Harmlosigkeit den Namen der Luft zu: "Bis-sana" das heißt "zweimal(bzw. doppelt)-gesund". Wegen Bergluft und Seeluft gemeinsam.

Eines ist gewiss; vor zweitausend Jahren bestand eine römische Kolonie, die "Armenide" hieß. Sie war eine Niederlassung am linken Ufer des Wildbaches Armea, der dem Tal den Namen gibt. Es gibt viele Belege einer antiken Existenz in Form von Hausruinen, eines Tempels und Gräbern die im vorigen Jahrhundert gefunden wurden.

Bekannt ist auch die schicksalshafte Vergangenheit des Dorfes. Zuerst mit den punischen Kriegen, wegen des Bündnisses der "Ingauni" und der "Intermeli" (der alten Ligurer), die bald für Rom, bald für Karthago Partei ergriffen. In Ligurien und entlang der französischen Küste herrschte grauenhafte Verwüstung.

Die Langobarden, Saracenen und Genuesen wechselten einander in der Unterwerfung und Plünderung der Ligurer ab. Die Bevölkerung, die vom Ackerbau und Handwerk lebte, wurde von den barbarischen Horden des Rotaris im achten und neunten Jahrhundert zerstreut.

Einige wanderten bis Biot bei Antibo aus. In Antibo, dem bedeutenden Zentrum der Töpferkunst, hat sich bis heute der alte Dialekt der Bussanelli teilweise erhalten. Vor der Auswanderung lebten die Bussanelli schon vorwiegend von ihrer Töpferei, denn die Tonhänge vom späteren Bussana Vecchia waren ein ideales Abbaugebiet. Vielleicht waren sie die Gründer der heutigen Töpferkunst von Antibo.

Das Dorf Bussana lag ursprünglich an der äußersten Spitze von Capo Marino und wurde an eine andere Stelle, ungefähr vier Kilometer von der Mündung des Armea, verlegt. Dort wurde eine Kapelle gebaut deren Reste noch heute existieren. Auch hier erlitten die Verbliebenen Plünderungen, Vergewaltigungen und Entweihung durch die "Mori" aus Afrika und Spanien.

Die Grotte von Arma bot ihnen eine natürliche, beinahe uneinnehmbare Festung und wurde Ausgangsbasis ihrer Streifzüge. Die Legenden sind voll von Gefechten, Blut, Verrat und Liebe. Noch heute sehen wir die Gespenster der alten Saracenen in den Gesichtern mancher zeitgenössischer Ligurer.

Diesmal flüchteten die Überlebenden, der ewigen Beraubung satt, auf den Hügelausläufer, der in etwa 200 Meter Seehöhe, auf drei Seiten von Abgründen geschützt, das Tal beherrscht. Hier entstand nun das aktuelle Bussana Vecchia. Jahrzehntelanger Gewalttaten, Entsetzens und Verwüstung müde zeigten die ungebrochenen Ligurier endlich bewaffneten Widerstand und jagten die Angreifer über das Meer zurück auf ihre Burg "Frassinetto" in Villafranca bei Nizza.

Weitere Zerstörung erlitt die Bevölkerung von Bussana, Taggia und Arma durch Baliano Doria, Herrscher von Genua, der annahm es handle sich um ein Versteck seiner politischen Feinde.

In der zweiten Hälfte des zwölften Jahrhunderts fiel Bussana unter die Herrschaft der Grafen von Ventimiglia, dem Geschlecht des "Schwarzen Kosaren", berühmt und berüchtigt wegen seiner Seeraubzüge. Der Graf Ottone baute am höchsten Punkte des Dorfes ein Schloß.

Ein Jahrhundert darauf kam ganz Ligurien unter die Macht von Genua. Später, im Jahr 1815 verlor Genua seine Gebiete an die Savoysche Monarchie. Während der vielen Jahrhunderte bekamen die Ligurier, mit dem mildesten Klima Europas gesegnet, nicht nur die Dramen der Kriege zu spüren, sondern auch viele Erdbeben unterschiedlicher Stärke.

Von 1222 bis 1908 hat man 20 wichtige Erdstöße registriert. Den schlimmsten davon am 23. Februar 1887 fielen 54 Bewohner zum Opfer. Dies war der Grund zur endgültigen Aufgabe Bussanas (ab jetzt Bussana Vecchia genannt) und zur Rückkehr an die alte Stelle von der man vor zwanzig Jahrhunderten kam.


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Das Künstlerdorf


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